

Dein Baby weint stundenlang, zieht die Beinchen an und scheint sich kaum beruhigen zu lassen? Dann fragst du dich vielleicht, ob dein Baby unter Koliken leidet.
Viele Eltern erleben diese Phase in den ersten Lebensmonaten. Die stundenlangen Schreiphasen können belastend und verunsichernd sein. Die gute Nachricht: Du bist nicht allein. Und es gibt einige Möglichkeiten, wie du dein Baby unterstützen kannst.
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Was sind Babykoliken?
Babykoliken sind anhaltende Schreiphasen bei ansonsten gesunden Säuglingen. Besonders häufig treten sie in den ersten Lebenswochen auf.
Typisch ist:
- plötzliches Weinen am Nachmittag oder Abend
- angezogene Beinchen
- ein harter oder aufgeblähter Bauch
- geballte Fäuste
- ein gerötetes Gesicht
- Schwierigkeiten beim Beruhigen
Die Beschwerden erreichen oft zwischen der 6. und 8. Lebenswoche ihren Höhepunkt und bessern sich meist bis zum 3. oder 4. Lebensmonat wieder.

Warum entstehen Koliken?
Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Mögliche Faktoren:
- unreifes Verdauungssystem
- Luftschlucken beim Trinken
- Reizüberflutung
- Anpassung an die neue Umgebung
- noch unreife Selbstregulation
Viele Fachleute gehen heute davon aus, dass Koliken nicht ausschließlich mit dem Darm zusammenhängen.
Was kann bei Babykoliken helfen?
Tragen
Viele Babys beruhigen sich durch Bewegung und Körperkontakt.
Ein Tragetuch oder eine ergonomische Babytrage kann Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.
Wärme
Ein warmes Kirschkernkissen (nicht heiß) oder warme Hände auf dem Bauch werden von vielen Babys als angenehm empfunden.
White Noise
Gleichmäßige Hintergrundgeräusche wie White Noise können manche Babys beruhigen.
Ruhe schaffen
Ein ruhiger Raum mit wenig Licht und wenig Reizen kann helfen, überforderte Babys zu entspannen.
💛 Babymassage bei Koliken: Schritt für Schritt
Viele Eltern berichten, dass sanfte Bauchmassagen ihrem Baby guttun. Zwar können Massagen Koliken nicht heilen, sie können jedoch die Entspannung fördern und schöne Nähe-Momente schaffen.
Vorbereitung
Bevor du beginnst:
- Raum angenehm warm halten
- Hände anwärmen
- Baby wach und entspannt
- Nicht direkt nach dem Füttern massieren
Lege dein Baby auf eine weiche Unterlage und sprich ruhig mit ihm.

1. Kreise auf dem Bauch
Lege deine Hand flach auf den Bauch deines Babys.
Massiere nun mit sanften kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.
Diese Richtung entspricht dem natürlichen Verlauf des Darms.
Dauer:
1 bis 2 Minuten.
2. Sonne-und-Mond-Massage
Mit einer Hand streichst du einen Halbkreis über den Bauch.
Die andere Hand folgt mit einer vollständigen Kreisbewegung.
Die Bewegungen sollten langsam und ruhig erfolgen.
Dauer:
etwa 1 Minute.
3. Fahrradfahren mit den Beinchen
Lege dein Baby auf den Rücken.
Bewege die Beinchen langsam wie beim Fahrradfahren.
Wichtig:
Nicht drücken und nichts erzwingen.
Dauer:
30 bis 60 Sekunden.
4. Knie sanft zum Bauch führen
Führe beide Beinchen vorsichtig Richtung Bauch.
Halte die Position einige Sekunden.
Anschließend wieder lösen.
Mehrmals wiederholen.
5. Wärmende Bauchhaltung
Lege beide warmen Hände auf den Bauch deines Babys.
Kein Druck.
Nur Wärme, Nähe und Ruhe.
Viele Babys entspannen sich dabei sichtbar.
6. Kuscheln auf der Brust
Lege dein Baby auf deine Brust.
Dein Herzschlag, deine Körperwärme und deine Atmung können beruhigend wirken.
Manchmal ist Nähe die beste Unterstützung.
Wann solltest du die Massage beenden?
Beende die Massage, wenn dein Baby:
- weint
- sich wegdreht
- unruhig wird
- die Berührung nicht möchte
Jedes Baby ist anders. Nicht jedes Kind mag jede Massage.
Der Fliegergriff bei Babykoliken

Wenn dein Baby unter Blähungen oder Bauchschmerzen leidet, kann der sogenannte Fliegergriff helfen. Viele Eltern berichten, dass ihr Baby dadurch ruhiger wird und Luft im Bauch leichter entweichen kann.
So funktioniert der Fliegergriff
- Lege dein Baby bäuchlings auf deinen Unterarm.
- Der Kopf liegt dabei sicher in deiner Armbeuge.
- Deine Hand stützt den Brustbereich.
- Die Beinchen hängen locker links und rechts herunter.
- Mit der freien Hand kannst du zusätzlich den Rücken sanft streicheln.
Durch den leichten Druck auf den Bauch empfinden viele Babys Erleichterung.
Wichtig
✔️ Immer Kopf und Nacken gut stützen
✔️ Ruhig gehen oder leicht schaukeln
✔️ Niemals Druck ausüben
✔️ Sofort abbrechen, wenn dein Baby sich unwohl fühlt
Wann kann der Fliegergriff helfen?
- Blähungen
- Dreimonatskoliken
- Unruhe am Abend
- Völlegefühl
- Schwierigkeiten beim Bäuerchen machen
Hinweis
Der Fliegergriff ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Wenn dein Baby starke Schmerzen hat, ungewöhnlich viel schreit oder du unsicher bist, solltest du eure Kinderärztin oder euren Kinderarzt kontaktieren
Was Eltern oft vergessen
Wenn ein Baby stundenlang weint, suchen viele Eltern verzweifelt nach einer Lösung.
Doch manchmal braucht dein Baby vor allem:
- Nähe
- Geduld
- Körperkontakt
- Sicherheit
Du machst nichts falsch.
Wann solltest du zum Kinderarzt gehen?
Bitte lasse dein Baby untersuchen, wenn:
- Fieber auftritt
- dein Baby schlecht trinkt
- Erbrechen hinzukommt
- Durchfall auftritt
- dein Baby ungewöhnlich schlapp wirkt
- du dir Sorgen machst
💛 Unsere Empfehlungen bei Babykoliken

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🧴 Baby-Massageöl *
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Hinweis
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Fazit
Babykoliken können eine sehr anstrengende Phase sein. Auch wenn sich die Ursache nicht immer eindeutig feststellen lässt, können Tragen, Wärme, Nähe und sanfte Bauchmassagen helfen.
Vor allem aber solltest du wissen: Diese Phase geht vorbei. Und du bist keine schlechte Mutter oder kein schlechter Vater, wenn dein Baby viel weint. Oft ist liebevolle Begleitung bereits das Wertvollste, was du schenken kannst.

💛 Über die Autorin
Hallo, ich bin Alina – examinierte Krankenschwester mit über 13 Jahren Berufserfahrung, zweifache Mama und Gründerin von Mamoria.
Aktuell arbeite ich auf einer Wöchnerinnen- und Neugeborenenstation und begleite täglich Familien in den ersten Tagen nach der Geburt. Dabei erlebe ich hautnah, welche Fragen, Sorgen und Unsicherheiten frischgebackene Eltern beschäftigen.
Auf Mamoria teile ich mein Fachwissen aus dem Klinikalltag, kombiniert mit meinen persönlichen Erfahrungen als Mutter. Mein Ziel ist es, Eltern verständliche, alltagstaugliche und fundierte Informationen rund um Schwangerschaft, Wochenbett, Stillzeit, Babys und Kleinkinder an die Hand zu geben.
Denn niemand muss den Weg durch die ersten Monate mit Baby alleine gehen. 💛
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